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Lebensmittelindustrie · 200 MA

Verschlüsselungstrojaner und Erpressung

Ausgangslage

Dienstag, kurz nach Feierabend: ein Lebensmittelhersteller mit rund 200 Mitarbeitenden stellt fest, dass die zentralen Server verschlüsselt sind. Produktion, Warenwirtschaft, Buchhaltung, E-Mail — alles offline. Auf den Bildschirmen eine Forderung: 1,5 Millionen Euro in Kryptowährung. Frist: 72 Stunden, danach Veröffentlichung der entwendeten Daten. Geschäftsführung erfährt davon innerhalb einer Stunde, Krisenstab steht.

Risiko

Drei Dimensionen gleichzeitig: operativ (Stillstand der Produktion kostet sechsstellig pro Tag), erpresserisch (Zahlung ohne Garantie, dass die Daten danach wirklich gelöscht werden), aufsichtsrechtlich (Meldepflicht nach Art. 33 DSGVO innerhalb von 72 Stunden, dazu Informationspflichten gegenüber Betroffenen nach Art. 34, drohende Bußgelder bei Versäumnissen). Hinzu Reputationsrisiko bei Handelsketten und Endkunden, falls die Sache öffentlich wird.

Was wir gemacht haben

Krisenbegleitung ab Stunde eins. Sofortige Sachverhaltsdokumentation für die spätere Behördenkommunikation, parallel forensische Analyse durch ein eingebundenes IT-Sicherheitsteam. Klare Entscheidung gegen die Lösegeldzahlung — Begründung sauber begründet und protokolliert. Meldung an die Aufsichtsbehörde fristgerecht innerhalb der 72-Stunden-Frist, mit präziser Darstellung des Vorfalls, der Sofortmaßnahmen und des laufenden Wiederherstellungsplans. Gleichzeitig Aufsetzen einer abgestuften Kommunikationsstrategie gegenüber Handelspartnern und Mitarbeitenden, damit nichts unkontrolliert an die Presse gelangt.

Ergebnis

Kein Lösegeld bezahlt. Die Aufsichtsbehörde hat den Fall nach Prüfung ohne Bußgeld geschlossen — die schnelle, vollständige Meldung und das dokumentierte Maßnahmenpaket wurden als ordnungsgemäße Reaktion gewertet. Daten der Mandantin sind nicht öffentlich aufgetaucht. Die Produktion lief nach knapp einer Woche wieder, finanzielle Schäden ließen sich auf den operativen Ausfall begrenzen. Im Nachgang hat die Mandantin ihre IT-Sicherheit grundlegend überarbeitet — heute begleitet sie unsere Schwesterfirma DSBX GmbH datenschutzrechtlich laufend.

Alle Stories sind anonymisiert. Wir veröffentlichen niemals identifizierbare Mandanten-Informationen ohne explizite Freigabe.

Kontakt

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